Gehölze

1.       Welches Gehölz pflanze ich wohin?
Die Böden in unseren Gärten sind sehr unterschiedlich. Kalkhaltiger oder saurer Boden, feuchte oder trockene Lage, schwerer undurchlässiger Lehmboden oder total durchlässiger Sand. Standortkenntnis ist vorbeugende Pflanzenschutzmassnahme Nummer 1.

2.       Welche Gehölze gehören neben Strassen, deren Befahrbarkeit im Winter durch Streusalz sichergestellt wird?
Die extrem salzempfindlichen Ahorn, Linde, Rosskastanie, Ulme, Weiss- oder Hagebuche und Zierkirschen eignen sich nicht.

3.       Wie hoch und breit wird das Gehölz im Laufe der Jahre ohne intensiven Schnitt?
Auf unseren in der Regel kleinen Grundstücken die wichtigsten Fragen: 1. Beschattung des eigenen Grundstücks und 2. spätere Nachbarschaftsprobleme: Klagen auf Beseitigung von Bäumen des Nachbarn sind 5 Jahre lang nach der Pflanzung möglich. Grenzabstände, die vorgeschrieben sind, erfahren Sie bei Ihrer Gemeinde-, Stadt- oder Kreisverwaltung.

4.       Was kostet der Unterhalt meiner Bäume bei richtiger Pflege?
Viele Hobbygärtner glauben, wenn sie Bäume setzten hätten sie weniger Arbeit und damit auch geringere Kosten beim Unterhalt. Die Pflege einer Staudenrabatte ist über Jahre gerechnet kostengünstiger als ein paar grosse Bäume, die den Garten im Sommer so schön beschatten. Vor allem in kleine Gärten gehören k e i n e grossen Bäume. Birke, Duglasie, Rottanne, Blutbuche usw. sind für unsere Gärten zu gross. Die Risiken, dass bei einem Sturm Teile des Baumes oder der ganze Baum am eigenen oder am Nachbargebäude erheblichen Schaden, vor allem an ideellen Werten, welche keine Versicherung abdeckt, anrichtet, ist in unseren Gärten immer gegeben. Häufig ist im Siedlungsraum die Wurzelfreiheit für grosse Bäume nicht gegeben (Tiefgarage, Stützmauer, Luftschutzkeller). Wenn auf solche Pflanzen nicht verzichtet werden kann, empfehle ich, eine solch Pflanzung im Turnus alle zehn Jahre durch Jungpflanzen zu ersetzen. Wenn Sie verschiedene Sorten verwenden, achten Sie darauf, dass nicht alle Bäume gleichzeitig abgeräumt werden, sondern gestaffelt auf ein paar Jahre verteilt, unter Berücksichtigung der Wuchskraft der Pflanzen, der Immissionen (Laubfall, Blattläuse) und Ihren persönlichen Bedürfnissen. Alle diese Problembäume überwachsen innert zehn Jahren ohne weiteres den First eines dreistöckigen Wohnhauses.

5.       Beerenschmuck
Bei manchen Gehölzen warten Gartenfreunde vergeblich auf Früchte; sie sind zweihäusig (männliche und weibliche Pflanzen) wie Kiwi, Sanddorn, Ginko (hier riechen die Früchte weiblicher Pflanzen unangenehm!), Perückenstrauch, Stechpalme (Ilex) und Wacholder: um Früchte oder Beeren zu bekommen, muss immer ein männlicher Partner im Umkreis von etwa 200m sein! Viele Pflanzen, die Beeren hervorbringen, können auch zum Problem werden, z.B. Weiden, Liguster, Kirschlorbeer, Hartriegel, Stechpalme usw. Wenn Sie bei den Weiden darauf achten dass Sie nur männliche Stecklinge pflanzen, helfen Sie damit unseren Insekten Pollen für ihren Nachwuchs zu finden, und im Sommer, sind Sie von den Fusselwolken der weiblichen Pflanzen verschont.

6.       Viele Gehölzarten oder -sorten sind besonders anfällig gegen bestimmte Pilzkrankheiten
Die meisten Pflanzen gedeihen und blühen nicht so prächtig wie in den Katalogen, weil schorfige Früchte:  durch Feuerdorn oder Zieräpfel übertragen werden,
Blattschmuck: bei Mandelbäumchen und Zierkirsche ist dieser oft sehr anfällig auf Zweigmonilia, Blutpfirsiche gegen Kräuselkrankheit (Taphrina).  Rosen sehr unterschiedlich empfindlich auf Mehltau und Sternrusstau sind. Immer im Fachhandel nach widerstandsfähigen oder resistenten Sorten fragen.

7.       Planung des Nebeneinander und Miteinander
Viele Schaderreger vermehren sich nur durch Wirtswechsel, der durch zu dichte Pflanzung gefördert wird: Gall- oder Wollläuse wechseln zwischen Lärche und Rotfichte oder andere zwischen Sitkafichte und Douglasie. Birnengitterrost zwischen Birnbäumen und Wacholderarten; Blasenrost zwischen Frucht- oder Zierjohannisbeeren und Weymouthskiefern usw.

8.       Manche Gehölze unterdrücken Unterwuchs von krautigen Pflanzen
Durch Absonderung von Wuchshemmstoffen über die Blätter gedeihen unter  Kastanie, Magnolie, Robinie oder Walnussbaum keine Staudenbeete. Nur wenige "Unkräuter" nutzen diesen Freiraum. Kulturstauden leben (serbeln) hier nur ein paar Wochen, heimische, standortgerechte Wildpflanzen erdulden diese Unterdrückung.

9.       Falllaub immer vor Ort als Baumscheibe kompostieren!
Falllaub sollte bei richtig verstandener Kreislaufwirtschaft nicht entfernt sondern im vegetationsfreien, meist vermoosten Bereich des Baumes oder in Hecken kompostiert werden. Das Falllaub ist der wichtigste Garant für einen gesunden Boden, denn es enthält genau die Bestandteile, welche die Pflanze aus dem Boden aufgenommen hat. Wenn Sie der Pflanze die Nahrung wegnehmen, wird sie früher oder später reagieren. Wie? Das werden Sie vielleicht noch erleben.