Die Blumenwiese

Blumen- und schmetterlingsreiche Heuwiesen sind heute selten geworden. In einer verarmten Umwelt versuchen wir nun, die vielfältige Pflanzengesellschaft wieder neu anzusiedeln. Dabei ist es wichtig, einige Gesichtspunkte sorgfältig zu beachten.

1. Sonniger Platz
Die meisten Arten lieben einen vollsonnigen Standort. Ist die in Frage kommende Fläche teilweise beschattet, schrumpft die Anzahl der betreffenden Arten stark. Wiesenblumen, die auch noch mit wenig Sonne vorlieb nehmen, stellen wir Ihnen speziell zusammen.

2. Magerer Standort
Auf sehr nahrhaften und stickstoffreichen Böden kann nur eine artenarme Wiese entstehen, hauptsächlich Gräser. Viele Standorte z.B. in Flussniederungen sind von Natur aus sehr fruchtbar. Eine künstliche Ausmagerung (Sandbeigabe) bringt in solchen Fällen auf Dauer wenig bis keinen Erfolg. Es gibt einige Wiesenblumenarten, die sich auch noch auf relativ nahrhaften Böden durchsetzen können. Hier fehlt jedoch ein breites Spektrum schöner Blüten. Wenn aber alle Versuche scheitern, weil der Boden zu nährstoffreich ist, sollte man auf die Blumenwiese verzichten und dafür lieber eine Blumenhecke (sogenannten Waldschlag) ansiedeln. Deren Arten lieben nahrhafte Standorte, sind auch beliebter Anziehungspunkt für Falter, Hummeln, Bienen. Für extrem magere Standorte (Magerwiesen), welche sehr artenreich sind, stellen wir Ihnen eine spezielle Mischung zusammen.

3. Pflege
So wie der Bauer sein Heu mäht, muss die Wiese etwa 2x im Jahr geschnitten und abgeräumt werden (Juli - August und Oktober - November). Der Termin kann jährlich etwas variiert werden, grössere Flächen sollten abschnittweise gemäht werden - so können jeweils andere Arten zur Samenreife gelangen (zur Selbstaussaat). Wenn die Wiese öfters gemäht werden soll, weil sie auch als Spielwiese genutzt wird, kommen nur spezielle Arten in Betracht.

4. Richtiges Saatgut
Auf die Dauer durchzusetzen vermögen sich nur heimische ausdauernde Wiesenblumenarten. Deren Vermehrung und Samenernte setzt umfangreiche Handarbeit voraus, weshalb deren Beschaffung schwierig und teuer ist. Manche im Handel billig angebotene Mischung
- besteht vorwiegend aus landwirtschaftlichen Feldsaaten (z.B. hoher Anteil an Kleearten)
- enthält viele einjährige (Zier-) Blumenarten, oder Ackerkräuter wie Mohn oder Kamille, die natürlich nach 2 Jahren wieder verschwunden sind
- enthält Arten ost- oder südeuropäischer Herkunft, was zu Faunenverfälschung führt
- verzichtet überhaupt auf eine präzise Artenanalyse.

Wir garantieren dafür, dass die von uns angebotenen Wiesenblumenarten aus mitteleuropäischer Herkunft stammen und die Zusammenstellungen sorgfältig standortgemäss vorgenommen werden.

5. Geduld
Die meisten Arten benötigen mehrere Jahre für die Entwicklung vom Samenkorn bis zur blühenden Pflanze. Vor dem 3. Jahr nach der Ansaat lässt sich der Erfolg derselben deshalb nicht 100%-ig beurteilen.